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AuffĂŒhrungen vom WestfĂ€lischen Kammerchor Minden im RĂŒckblick. (Kein Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit)
RainerWinkel hat ein letztes Mal den WestfÀlischen Kammerchor Minden dirigiert:
Sonntag, den 30. August 2009, 18 Uhr St. Marienkirche Minden
H-Moll-Messe
Johann Sebastian Bach
WestfÀlischer Kammerchor Minden Ensemble Schirokko, Hamburg Dorothea Winkel, Sopran Johanna Winkel, Sopran Wiebke Lehmkuhl, Alt
Manuel König, Tenor Andreas Wolf, Bass
Leitung: Rainer Winkel
Ensemble Schirokko
Unter der Leitung von Rachel Harris, haben sich Mitspieler, die einander aus vielen
verschiedenen Projekten kennen, zum Ensemble Schirokko zusammen gefunden. Die Musikerinnen und Musikern des Ensembles haben an den bedeutenden AusbildungsstÀtten
fĂŒr historische AuffĂŒhrungspraxis nicht nur im deutschsprachigen Raum â in Basel, Trossingen, London, Amsterdam und WĂŒrzburg â studiert. Als KĂŒnstler, die das versierte
Spiel auf historischen Instrumenten oder ihren Nachbauten aus dem 16. bis zum 19. Jahrhundert mit einer stilbewussten, lebendigen Interpretation der Musiksprache verbinden,
haben sich die Mitglieder des Ensembles im Konzertleben etabliert. Zeugnis gibt die regelmĂ€Ăige Mitwirkung bei Konzerten, Tourneen und CD-Aufnahmen renommierter
Ensembles, wie z.B. dem Freiburger Barockorchester, Concerto Köln, Berliner Lautten Compagney, Balthasar-Neumann-Ensemble und Cantus Cölln.
Das Ensemble ist regelmĂ€Ăig in Hameln zu hören, sowie in Hamburg, Bremen, Stade, Herford und Juist. Die erste CD, The Division Violin, erschien 2008. Eine zweite, Schirokkos Seereisen, erscheint im Herbst 2009.
Die Konzertmeisterin Rachel Harris wurde 1975 in Malmö/Schweden geboren und studierte zunÀchst moderne Geige, spÀter Barockgeige bei Clare Salaman am Welsh College of Music and Drama in Cardiff/Wales.
Nach ihrem Abschluss mit Auszeichnung fĂŒhrte sie ihre Studien am Royal College of Music in London bei Alison Bury fort. Sie war Stipendiatin des Countess of Munster und der
DAAD. In Deutschland absolvierte sie Aufbausstudien an den Musikhochschulen Trossingen und WĂŒrzburg, letzteres schloss sie mit dem Solistendiplom bei Prof. Gottfried
von der Goltz, Konzertmeister des Freiburger Barockorchesters, ab. Rachel hat in folgenden englischen Orchestern mitgewirkt: Orchestra of the Age of
Enlightenment, Florilegium und St. James's Baroque. In Deutschland spielt sie regelmĂ€Ăig u. a. beim Balthasar-Neumann-Ensemble (auch als Konzertmeisterin), Freiburger
Barockorchester, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Sie ist Mitglied im Ensemble The Brook Street Band, wo sie als Konzertmeisterin und Leiterin tÀtig ist.
Der WestfÀlische Kammerchor Minden hat in folgender Besetzung gesungen:
Sopran: Charlotte Deppe, Maria Falke, Gundala Faust, Elisabeth Fendel, Dorothee
Gescher, Gesa Hangen, Annette Harting, Bettina Koeh, Karin Koch, Ilona LĂĄnyi, Annegret Prante, Hedwig Schmidinger, Kosima Stegner, Miriam Stegner, Monika Stegner, Sophia Stegner, Catherina Tiemann, Eva Tiemann. Alt:
Claudia Bökelheide, Susanne GroĂer, Elisabeth Imming, Christine Kahl, Sabine Köhne, Christina Köster, Maria LĂŒbke, Dorothee MĂŒnden-Fabry, Christiane Pfitzner,
Franke Seele-Brandt, Astrid TrĂ€der, Ulrike Winkel, Dagmar Zilske-MĂŒller. Tenor: Volker Ahrensmeier, Alexander Deierling, AndrĂ© Harting, Joachim Krugmeier,
Andreas Neuhaus, Matthieu Pignede, Manfred Prante, Kristian WeiĂenberg, Helmut Winkel, Alfred Wittkemper. Bass: Johannes Bökelheide, Eberhard Buttler, Volker Fiedler, Ansgar Gescher, Sebastian
GrĂŒnberg, Stephan Happel, Hans-Friedrich MĂŒller, Hinrich Muhle, Manuel Stangorra, Johannes Tiemann, Michael Tieman-Piotrowski, Jens-Martin TrĂ€der, Joachim-Friedrich Winkel, Henning Zarnkow.
Das Programmheft im pdf-Format zum Download [630 kB]
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Mindener Tageblatt, 1.09.2009
Eine magische Bach-Erfahrung
Rainer Winkel und der WestfÀlische Kammerchor mit h-moll-Messe Von Udo Stephan Köhne
Minden (usk). Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe BWV 232 als Abschied von
âseinemâ WestfĂ€lischen Kammerchor: Ein passenderes Geschenk hĂ€tte sich Rainer Winkel nicht machen können. Denn Winkel, der stets unbequeme und gegen den herrschenden Zeitgeist Einspruch
erhebende Musiker, diskutiert noch einmal ĂŒber Bach, wĂ€hrend andere lĂ€ngst keinen Bedarf mehr sehen. Dabei gĂ€lte es gerade jetzt, nachdem die radikalen musikalischen
Schlachten in Sachen h-moll-Messe geschlagen sind, eine Bilanz zu erstellen. Genau das leistet die Mindener AuffĂŒhrung: sie bezieht keine extremen Positionen, rĂŒttelt nicht an den
Grundfesten dessen, was die letzten Jahrzehnte an Erkenntnissen brachten. Sie vollzieht die Synthese unterschiedlichster ZugÀnge zu Bach. Genau deshalb ist sie ausgezeichnet.
Tempojagden unterbleiben und instrumentale Brillanz ist niemals Selbstzweck. Und auch der Chor darf groà (50-köpfig) sein. Allerdings gehen Rainer Winkel und der WestfÀlische
Kammerchor Minden das Werk seltsam befangen an. Fast scheinen die Beteiligten ein wenig gelÀhmt angesichts der emotionalen Last des Abends. Das Tempo ist trotz
historischer AuffĂŒhrungspraxis langsam, das Orchester artikulatorisch unentschieden. Selbst im âGloriaâ geht es ohne virtuose Tempozuspitzungen zu. Und wenn das âEt in terra paxâ
beginnt, ist der musikalische Schwung mit angezogener Handbremse verwirklicht. Aber Rainer Winkel und sein Chor finden sich. Das kleine Wunder dieser AuffĂŒhrung ist
diese Steigerung, die schlussendlich zu einer magischen Bach-Erfahrung fĂŒhrt. Mehr und mehr gewinnt der WestfĂ€lische Kammerchor jene kammermusikalische Transparenz, die
Bach nicht monumental, dafĂŒr luzide und beredt klingen lĂ€sst. Hohe Durchsichtigkeit des Klangbildes, Verdeutlichung musikalischer Strukturen und artikulatorische Feinheiten sind
vernehmbar: jetzt wird auch klar, dass schnelle Tempi nicht das allein seligmachende Heilmittel einer modernen Bach-Interpretation sind. Ausgewogen und mit hoher Sicherheit agierend der WestfÀlische Kammerchor. Eine Klasse
fĂŒr sich die Leichtigkeit der StimmfĂŒhrung. Aber auch in den Momenten höchster Zuspitzung ist der Chor ein klanglich einnehmendes Ensemble. Von groĂer
instrumentaltechnischer QualitĂ€t auch die Leistung des Ensemble Schirokko. Blitzsaubere Soli auf alten Instrumenten und spannende Artikulation wird geboten. Auch die fĂŒnfköpfige
Solistenriege weià sich bestens in Szene zu setzen. Der vielfÀltig schillernde Sopran von Johanna Winkel, der barock denkende Sopran der Dorothea Winkel, der schlanke Tenor
von Manuel König und der AutoritĂ€t versprĂŒhende Bass-Bariton des Andreas Wolf: Solisten wie man sie sich fĂŒr Bach wĂŒnscht. Dass Wiebke Lehmkuhls faszinierend
ausdrucksintensivem Alt das Finale (âAgnus Deiâ) gehört, ist ein dramaturgischer GlĂŒcksfall. Sie bringt barockes Musizieren mit emotionaler Dringlichkeit in Einklang.
Wie ĂŒberhaupt der Abend seine unbĂ€ndige Ăberzeugungskraft aus der Tatsache zieht, dass Barockmusik nicht rationale Angelegenheit ist, sondern zum bewegenden Ereignis werden
kann. Und das geschieht in der Marienkirche unter Rainer Winkels Leitung: Bach als der erste Romantiker. Dies vorgefĂŒhrt zu haben ist ein nicht zu unterschĂ€tzender Verdienst. Der
Dank an Rainer Winkel und die AusfĂŒhrenden erreichte enthusiastische AusmaĂe.
Copyright © Mindener Tageblatt 2009 | Erscheinungsdatum 1.9.2009 Der Artikel als PDF-Datei [124 kB]
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Siehe auch Kommentar
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Samstag, 7. Februar 2009
A-cappella-Konzert
20 Uhr Festsaal der Freien Waldorfschule 32429 Minden-Haddenhausen, Haberbrede 37
Sonntag, 8. Februar 2009
17 Uhr St. Walburga (Konzertreihe fermata musica) 32457 Porta Westfalica-Hausberge, HauptstraĂe 7
Weltliche Chormusik
Das Programm umfasste Werke von
Claudio Monteverdi Sestina, Madrigalzyklus fĂŒr gemischte Stimmen nach Worten des Scipione Agnelli
Johannes Brahms Kompositionen aus Opus 62 und 104
Hugo Distler SÀtze aus 'Mörike-Chorliederbuch' op. 19.
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 10.2.09 Von Udo Stephan Köhne
Viele ergreifende Momente WestfÀlischer Kammerchor singt Monteverdi, Brahms und Distler
Minden (usk). Es lag ein Hauch von Abschied ĂŒber dem Konzert des WestfĂ€lischen
Kammerchors Minden. Die StĂŒckauswahl melancholisch und die Interpretation nachdenklich: Ein Abend, der vom Wissen ĂŒber die LetztgĂŒltigkeit der getĂ€tigten musikalischen Aussagen lebte.
Alles war eine Spur getragener gestaltet als gewohnt. Selbst das âHalaliâ des JĂ€gers aus Hugo Distlers âMörike-Chorliederbuchâ hatte nichts freudig Erwartungsfrohes, sondern
kam mit entspannter Ruhe: Der Jagdfreund als stiller und glĂŒcklicher Betrachter der Natur. Ein ergreifender Moment. Ăberzeugend insgesamt die Werkauswahl, die von Monteverdi ĂŒber Brahms bis zu dem
von Chorleiter Rainer Winkel innig geliebten Distler reichte. Selten hat der WestfĂ€lische Kammerchor Minden ein Programm von solcher programmatischer Konsequenz vorgelegt und ebenso durchweg schlĂŒssig interpretiert.
Die âSestinaâ Claudio Monteverdis, sechsteilige Klage ĂŒber den Tod einer jungen Frau, die sich der Musik verschreiben wollte, stand am Beginn. Monteverdi komponiert den Schmerz
mit harmonischen SchÀrfungen aus. Die Choristen gingen auf diese Vorgabe entsprechend mutig ein. Aber nicht mit der Drastik, die stilistisch gerade noch vertretbar wÀre. Wie schon
gesagt: Die Wiedergabe vertraute vorrangig dem Geist der Musik. Doch sollte diese Interpretationshaltung im Fall Monteverdi keineswegs als BeschrÀnkung aufgefasst werden.
Das Gegenteil ist der Fall. Erst die gröĂtmögliche Gelassenheit der musikalischen Interpretation lĂ€sst Musik dieser Stilrichtung zu bester Entfaltung kommen. Und genau dies gelang unter Winkels engagiertem Dirigat.
Sechs StĂŒcke von Johannes Brahms schlossen sich an. Auch in ihnen (Auswahl aus op. 42, 62 und 104) ist weniger die gesangliche VirtuositĂ€t als vielmehr die Konzentration auf das
Innenleben der Werke gefragt. Viel wird in kĂŒrzester Zeit ausgedrĂŒckt: Die romantische A-cappella-Chormusik hat hier einen Höhepunkt erreicht. Die Mitglieder des WestfĂ€lischen
Kammerchors sangen textverstĂ€ndlich und bildeten ein homogenes Klangbild. Was im Festsaal der Freien Waldorfschule ĂŒbrigens nicht ganz leicht gelingt: Die trockene Akustik
lĂ€sst unvermeidliche Ungenauigkeiten und jede noch so kleine IntonationstrĂŒbung gnadenlos ins Ohr des Zuhörers hinein. Auch im Kammerchor waren Fehler zu hören. Aber ihre Zahl
war gering und behinderte nicht das Hörerlebnis. Letztlich brachte gerade Brahms die innigsten musikalischen Ergebnisse des Abends hervor.
Ebenfalls tief berĂŒhrend, was die zwölf StĂŒcke aus Hugo Distlers âMörike-Chorliederbuchâ op. 19 an musikalischen ChorqualitĂ€ten offenbarten. Der WestfĂ€lische Kammerchor
Minden schritt auch hier weit auf dem Weg der Vergeistigung der interpretierten Werke. Vielleicht liegt es daran, dass der Chor auf der Ziellinie angekommen ist. Der musikalische
Leiter Rainer Winkel hat angekĂŒndigt, im August Abschied zu nehmen. Da wird dann etwas fehlen. âAch, was bleibt von der Erinnerung?â fragt der italienische Dichter in Monteverdis
âSestinaâ. Der Chor gab die Antwort zweifach zu Beginn jeder KonzerthĂ€lfte: âWenn alle Ding wie Rauch vergehen, bleibet in der Ewigkeit doch die Musik bestehen.â Das Publikum
applaudierte lange und erhielt zwei Zugaben.
Copyright © Mindener Tageblatt 2009 | Erscheinungsdatum 10.02.2009 Der Artikel als PDF-Datei mt-kc20090210S12.pdf [109 kB]
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Sonntag, 14. September 2008 18 Uhr in der St. Marienkirche Minden
Virtuose Chormusik des Barock
Johann Sebastian Bach 1685 - 1750 "Himmelskönig, sei willkommen" (BWV 182)
Kantate fĂŒr Soli, Chor, Blockflöte, Streicher u. B.c. 1. Sonata 2. Coro 3. Recitativo (Bass) 4. Aria (Bass) 5. Aria (Alt) 6. Aria (Tenor) 7. Coro (Choral) 8. Coro
Georg Friedrich HĂ€ndel (1685 - 1759) "Haec est Regina virginum" (HWV 235) Antiphon fĂŒr Sopran, Streicher und B.c.
Jan Dismas Zelenka (1679 - 1745) "Missa Omnium Sanctorum" (ZWV 21) fĂŒr Soli, Chor, 2 Oboen, Streicher und B.c.
1. Kyrie eleison I 2. Christe eleison 3. Kyrie eleison II 4. Gloria in excelsis Deo 5. Qui tollis peccata mundi 6. Quoniam tu solus Sanctus I 7. Quoniam tu solus Sanctus II 8. Cum Sancto Spiritu I
9. Cum Sancto Spiriti II 10. Credo 11. Sanctus 12. Benedictus 13. Osanna 14. Agnus Dei 15. Dona nobis pacem
WestfÀlischer Kammerchor Minden Instrumentalensemble
Dorothea Winkel â Sopran Dshamilja Kaiser â Alt Manuel König â Tenor Johannes Christoph Happel - Bass
Leitung: Rainer Winkel
Mehr zur Besetzung und zu den Komponisten und ihren Werken im Programmheft pdf-Format [ca. 641kB]
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 16.9.08 Von Udo Stephan Köhne
Werkentdeckung ersten Ranges WestfÀlischer Kammerchor mit Zelenka-Messe
Minden (usk). Es gibt Komponisten, die als Geheimtipp gehandelt werden. Der Böhme Jan
Dismas Zelenka gehört zweifelsohne dazu. Seine kompositorische Meisterschaft wird in schöner RegelmĂ€Ăigkeit beschworen; viel genutzt hat es ihm und der Nachwelt nicht.
Auch in Minden machte der Name Zelenka in der Vergangenheit schon die Runde: Rainer Winkel nahm ihn gerne in den Mund, wenn es darum ging, was an "Wunderwerken" der
Musik eine AuffĂŒhrung verdient hĂ€tte. Jetzt folgte den Worten die Tat: mit der "Missa Omnium Sanctorum" ZWV 21 wurde ein mehr als ĂŒberzeugendes Zeichen gesetzt. HĂ€ndel und Bach verblassen
Und tatsĂ€chlich: die Musik des Bach-Zeitgenossen verdient höchste Beachtung, besitzt jene harmonische KĂŒhnheit, die ihr hĂ€ufig attestiert wird. Das erste "Kyrie" beispielsweise endet
mit einer derart radikalen Wendung, dass man glaubt, hier werde falsch gespielt, das "Christe eleison" ist dem Tenor (auch eher selten) anvertraut. Das erste "Quoniam tu solus"
beginnt mit einem geradezu mystischen Chorsatz, das zweite (auch diese Konstruktion ist untypisch) ist dem Alt vorbehalten. Viele BrĂŒche mit der Konvention also, die das Werk spannend halten: so ist das "Credo" im
Gegensatz zum sechsteiligen "Gloria" durchkomponiert, im "Benedictus" verblĂŒfft ein Unisono von Alt- und Sopranstimme. 55 Minuten lang sorgt Zelenka fĂŒr ĂŒberraschende
Hörerfahrungen. Der WestfÀlische Kammerchor unter der engagierten Leitung von Rainer Winkel holte viel aus diesem Meisterwerk des Barock heraus, gab den SÀtzen reichlich
Binnenspannung. Die Solisten Dorothea Winkel (Sopran), Dshamilja Kaiser (Alt), Manuel König (Tenor) und Johannes Christoph Happel (Bass) gefielen durch klare Diktion und
saubere Tongebung. Das allzu kleine zehnköpfige Instrumentalensemble setzte scharfe Akzente, die jedoch kaum durchdrangen. GröĂeres Orchester und stĂ€rker besetzter Chor: das wĂ€re allerdings vonnöten gewesen, um
aus der veritablen Zelenka-Entdeckung eine wirkliche musikalische GroĂtat zu machen. Trotzdem: hinter diesem Ereignis verblassten die an den Anfang des Programms gestellten
Werke merklich, selbst das von Dorothea Winkel mit hoher stimmlicher PrÀsenz und prÀziser barocker Stilistik gesungene "Haec est Regina virginum" HWV 235 von Georg
Friedrich HĂ€ndel. Erst recht aber Johann Sebastian Bachs Kantate Nr. 182 "Himmelskönig, sei willkommen". Kein Problem an diesem Abend in St. Marien: er galt ohnehin der ausschlieĂlichen
Werbung fĂŒr Jan Dismas Zelenka. Das Publikum applaudierte ausdauernd. Ob sich die Mindener AuffĂŒhrung positiv auf die Zelenka-Rezeption im östlichen Westfalen auswirkt,
wird sich zeigen mĂŒssen. In jedem Fall eine musikalische Begegnung, die mit Blick auf das Repertoire nicht hoch genug veranschlagt werden kann.
Copyright © Mindener Tageblatt 2008 | Erscheinungsdatum 16.09.2008 Der Artikel als PDF-Datei mt-kc160908.pdf [57 kB]
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Sonntag, 6. April 2008 Heilig-Geist-Kirche Bad Oeynhausen
Werke von Bach, KodĂĄly und Frank Martin (Messe).
PresseInfo Ăffentlichkeitsarbeit Evangelischer Kirchenkreis Vlotho erschienen in der Neuen WestfĂ€lischen
Transparenter und ausdrucksstarker Chorklang WestfÀlischer Kammerchor Minden zu Gast in der Heilig-Geist-Kirche
Bad Oeynhausen. Ein ausgesucht schönes Programm sehr anspruchsvoller a-capella-
Chormusik aus vier Jahrhunderten prÀsentierte der WestfÀlische Kammerchor Minden bei seinem Konzert in der Heilig-Geist-Kirche. Unter Leitung von Rainer Winkel interpretierten
die 45 SĂ€ngerinnen und SĂ€nger Werke von Heinrich SchĂŒtz, Johann Sebastian Bach, Joseph Rheinberger, Zoltan Kodaly, Max Baumann und Frank Martin.
Bereits bei den ersten Tönen der Motette âIch bin ein rechter Weinstockâ aus Heinrich SchĂŒtzâ âGeistlicher Chormusikâ wurde deutlich, auf welch hohem Niveau die Mitglieder
des Ensembles musizieren: Schlanke und homogene Tongebung, Intonationssicherheit und prÀzise Artikulation zeichnen die SÀngerinnen und SÀnger aus, die seit Jahren zu den leistungsstarken Kammerchören in der Region zÀhlen.
Die Transparenz und Leichtigkeit in allen Stimmen kam insbesondere Johann Sebastian Bachs doppelchöriger Motette âDer Geist hilft unser Schwachheit aufâ zugute. Selten hat
man das Wechselspiel der Stimmen in dem polyphonen Satzgeflecht so durchhörbar gestaltet wahrgenommen. Packend interpretierte musikalische Dramatik zeigten der Chor
bei der Interpretation von Zoltan Kodalys ausdrucksstarker Motette âJesus und die KrĂ€merâ, die das Ensemble in der ungarischen Originalsprache vortrug. Nicht minder
eindrĂŒcklich auch Max Baumanns âPater Nosterâ mit seinen Klangschichtungen und groĂartig dargestellten dynamischen Steigerungen. Der Höhepunkt des Programms war allerdings Frank Martins Messe fĂŒr zwei vierstimmige
Chöre. Diese in den Jahren 1922 bis 1926 entstandene Komposition stellt eine Herausforderung fĂŒr jeden Chor dar. Denn die Teile dieser Messe verbinden die Elemente
des französischen Impressionismus mit Techniken neuer Musik. Zudem dem Schweizer Komponisten die Umsetzung der Worte des Messetextes in eine adÀquate musikalische
Aussage eindrucksvoll gelungen. Nur ein Beispiel von vielen: Im âCredoâ wird das Bekenntnis zur Auferstehung nicht gleich vom vollen Chor mit groĂem GeprĂ€nge und
Getöse vorgetragen, sondern eher diskret und zurĂŒckhaltend von den Frauenstimmen, die ja auch in den Evangelien die ersten Ăberbringerinnen der Botschaft waren. In himmlische
SphĂ€ren wurde der Zuhörer im âSanctusâ entrĂŒckt, das mit kĂŒhner Harmonik sowie Polyrhythmik eine nahezu ĂŒberirdische IntensitĂ€t entwickelt, die auch vom Chor sehr
packend umgesetzt wurde. Die SĂ€ngerinnen und SĂ€nger wurden von Rainer Winkel zu einer eindrĂŒcklichen, ebenso textverstĂ€ndlichen wie klanglich ausgefeilten Interpretation des komplexen Werkes gefĂŒhrt.
An der Orgel ergÀnzte Harald Sieger das Programm mit dem gewichtigen Praeludium und Fuge c-Moll BWV 546 und der in französischen Zungenregistern farbenreich schillernden
âSuite du deuxiĂšme tonâ von Nicolas Louis ClĂ©rambault. Joseph Rheinbergers wunderschönes âAbendliedâ bildete den in spĂ€tromantischen
Wohlklang getauchten Schluss eines gut eineinhalbstĂŒndigen und mit viel Beifall aufgenommenen Konzertnachmittags. Monika Stockhausen
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Werke aus vier Jahrhunderten prÀsentierten die 45 SÀngerinnen und SÀnger unter Leitung von Rainer Winkel in der Heilig-Geist-Kirche. Foto: Monika Stockhausen
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Samstag, 5. April 2008 Der WestfÀlische Kammerchor Minden singt im Rahmen der Motette an der St. Marienkirche Minden
Werke von Bach, KodĂĄly und Frank Martin (Messe)
Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 8.4.08
WestfĂ€lischer Kammerchor ĂŒberzeugt Motettenreihe in St. Marien auf hohem Niveau fortgesetzt / Chor weckt Interesse an Kodayi Von Hans-Christoph Schröter
Minden (mt). Die Reihe âMotette in St. Marienâ wurde am Sonnabend mit einem Konzert
des WestfĂ€lischen Kammerchors Minden unter der Leitung von Rainer Winkel fortgesetzt. Wie sehr diese Reihe Anklang gefunden hat, konnte man an der erfreulich groĂen
Zuhörerschaft ermessen. Es ist auch ein schöner Ausklang des Tages und stimmt auf den Sonntag ein, wozu auch die Lesungen aus den Evangelien und Psalmen beitragen.
Rainer Winkel hatte ein anspruchsvolles Programm vorbereitet. Den Beginn machte die SchĂŒtz-Motette âIch bin ein rechter Weinstockâ. Hier war eine deutlich vernehmbare
Steigerung ausgearbeitet worden, die bei den Worten âbleibet in mirâ den Höhepunkt fand. Darauf zielt der Text ab. Es war gut, dass man hier und bei den anderen Werken den Text
mitverfolgen konnte. Der Satz bei SchĂŒtz war derart verschlungen, dass man diese Hilfe zum VerstĂ€ndnis brauchte. Noch viel dringender war die Textbeigabe bei Zoltan Kodayis Werk âJesus und die
KrĂ€merâ, auf Ungarisch gesungen. Diese groĂartige Komposition bot dem Chor groĂe Entfaltungsmöglichkeiten, die genutzt wurden. Ein breites dynamisches Spektrum war zu
vernehmen, die Turbulenz der ErzĂ€hlung wurde deutlich: Jedem wird das Wort âRablokâ (âGottlosâ) noch im Ohr sein. Schneidende Dissonanzen wurden geboten, daneben wieder
sehr Sanftes. JĂŒngst waren vom selben Komponisten in einem Konzert die âTĂ€nze aus Galantaâ zu hören, jetzt dieses groĂartige Chorwerk! Es war eine Werbung dafĂŒr, noch mehr von diesem KĂŒnstler kennen zu lernen.
Kondition mussten SĂ€nger und Zuhörer bei der ausgedehnten Messe fĂŒr zwei vierstimmige Chöre besitzen, die Frank Martin (1890-1974) komponiert hat. Hier kann sich jeder selbst
prĂŒfen, ob er die innerer Spannung, ohne nachzulassen, fĂŒr das ganze StĂŒck besessen hat. Reizvoll erklang die Mischung der beiden Chöre, sehr schön, wie sich Dissonanzen in
Konsonanzen zwanglos auflösten. Geheimnisvoll erklang das âet incarnatus estâ als Schilderung des Wunders, krĂ€ftig am Ende des Credos das bestĂ€rkende âAmenâ. Wie
GlockenschlĂ€ge erschien der Beginn des Sanctus. Still klang die Messe mit dem âAgnus Deiâ aus. Viele Einzelheiten waren liebevoll ausgearbeitet und wurden fĂŒr den Hörer
sinnfÀllig gemacht. Die Intonation war durchgehend sauber und ohne Beanstandung. Die Tenöre und besonders die Soprane mussten nicht nur hier, sondern auch in den anderen Werken bedenklich hoch steigen, das kostete schon Kraft.
Sehr dissonanzenreich, aber eindrĂŒcklich war Max Baumanns (1917-1999) âPater nosterâ gesetzt. Es gab da keine Wackler im Chor, die Akkordballungen âstandenâ.
Zum Schluss wurde schwingend und durchsichtig Bachs âder Geist hilft unserer Schwachheit aufâ gesungen mit einem abschlieĂenden Choral, der aber die hohen Stimmen
wieder sehr forderte. Es gab kaum Ruhepausen fĂŒr den Chor, der aber die Anforderungen gut bewĂ€ltigen konnte. Es war ein Konzert, dass das hohe Niveau dieser Reihe wĂŒrdig fortsetzte.
Copyright © Mindener Tageblatt 2008 | Erscheinungsdatum 08.04.2008 Der Artikel als PDF-Datei mt-kc080408.pdf [135 kB]
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Sonntag, 25. November 2007 18 Uhr in der St. Marienkirche zu Minden
SOLOMON
Oratorium von Georg Friedrich HĂ€ndel
AusfĂŒhrende: WestfĂ€lischer Kammerchor Minden Hannoversche Hofkapelle Wiebke Lehmkuhl - Solomon (Alt), Dorothea Winkel (Sopran), Johanna Winkel (Sopran),
Manuel König (Tenor), Albrecht Pöhl (Bass) Leitung: Rainer Winkel
Fast jeder kennt aus dem Alten Testament die Geschichte von den beiden streitenden
Frauen, die beide die Mutterschaft des gleichen Kindes beanspruchen und vom "salomonischen Urteil" des dritten israelitischen Königs Salomo (Sohn König Davids). Das
Oratorium SOLOMON gilt als HÀndels bedeutendstes Werk dieser Gattung und ist dennoch vergleichsweise selten zu hören.
Der 1. Akt beginnt mit dem Jubel ĂŒber den langersehnten Tempelbau in Jerusalem; es folgt
eine innige Liebesszene zwischen Solomon und seiner Gemahlin, einer Pharaonentochter.
Der 2. Akt ist dem Urteil gewidmet. In bewundernswerter Weise gelingt HĂ€ndel eine
musikalisch Ă€uĂerst prĂ€gnante Charakterisierung der beiden streitenden Frauen.
Der 3. Akt schildert den Staatsbesuch der Königin von Saba (untergegangenes Königreich
im SĂŒden der arabischen Halbinsel). Er beginnt mit dem vermutlich bekanntesten StĂŒck des Werkes, dem "Einzug der Königin von Saba", von HĂ€ndel schlicht mit "Sinfonia" bezeichnet.
Wundervolle Arien und prachtvolle Chöre wechseln sich ab. Die stilistische Bandbreite ist
bemerkenswert: so ist der dritte Chor ein vierstimmiger "strenger Satz" im Renaissancestil, der sich zu ĂŒberwĂ€ltigender achtstimmiger Schlusswirkung steigert; der folgende Chor
beschreibt eine fast impressionistische Nachtstimmung mit entzĂŒckendem Nachtigallengesang.
Der 3. Akt ist ein groĂes "Chorfest". Nicht weniger als sechs gegensĂ€tzlichste ChorsĂ€tze
sind eine dankbare und zugleich anspruchsvolle Aufgabe fĂŒr den Chor. Es ist eine "Musik ĂŒber Musik", eine Art klingende Demonstration, wozu Musik in der Lage ist. Vier
GefĂŒhlszustĂ€nde oder wie es in der Barockmusik heiĂt, vier Affekte werden vorgefĂŒhrt: ein betörender Gesang, ein aufstachelnder Gesang, ein Verzweiflung ausdrĂŒckender Gesang und ein friedfertig stimmender Gesang.
Die fĂŒnf Hauptrollen des Oratoriums sind hohen weiblichen Stimmen zugeordnet. Die Rollen
der beiden Königinnen und der MĂŒtter besetzt HĂ€ndel mit Sopranstimmen, die Partie des "Solomon" ausdrĂŒcklich mit Frauenalt. Der König ist also eine "Hosenrolle", wie wir sie
spÀter von Mozart, Strauss und andern Opernkomponisten kennen. Lediglich die zwei Nebenrollen, der Priester Zadok und ein Tempeldiener, werden von Tenor und Bass gesungen.
Seit vielen Jahren musizieren wir Barockmusik mit Instrumentalisten, die auf historischen
Instrumenten spielen, und wir sind glĂŒcklich, auch diesmal wieder die "Hannoversche Hofkapelle" zu Gast haben zu können, mit der uns eine nunmehr zwanzigjĂ€hrige Partnerschaft und Freundschaft verbindet.
Link zum Programmheft als PDF-Datei solomon_Heft.pdf [1.33 MB]
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Die Finanzierung eines Konzertes wie Solomon ist ohne finanzielle Hilfe nicht
möglich. Deshalb sei an dieser Stelle allen Sponsoren, insbesondere auch den anonymen, den Anzeigenauftraggebern Sparkasse Minden-LĂŒbbecke und HARTING Deutschland GmbH & Co. KG sowie J.C.C.Bruns - Marketing und Druck ganz herzlich fĂŒr die groĂzĂŒgige UnterstĂŒtzung gedankt.
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 27.11.07
VernachlĂ€ssigtes Meisterwerk Rainer Winkel plĂ€diert mit WestfĂ€lischem Kammerchor fĂŒr HĂ€ndels Oratorium âSolomonâ Von Udo Stephan Köhne
Minden (usk). Ein harter Brocken ist dieser âSolomonâ schon. Zweidreiviertel Stunden
dauert mit Pause, aber bereits um einige Nummern gekĂŒrzt, was der 63-jĂ€hrige HĂ€ndel geschaffen hat.
Drei Akte lang geht es um König Salomon und eine fĂŒr bibelfeste Mitmenschen bekannte
Geschichte: Die Zuhörer erleben Tempelweihe, Palastbau und Liebesempfinden, werden Zeugen eines Streits um ein Kind, der durch einen drastischen Vorschlag (Zerteilt das Kind)
geklĂ€rt wird. Sehen schlieĂlich noch die Ankunft der Königin von Saba, die sich in der Musik unterweisen lassen möchte.
Reichlich Stoff also fĂŒr einen Komponisten, seine musiktheatralische Fantasie sprĂŒhen zu
lassen. Und tatsĂ€chlich: Mit âSolomonâ ist HĂ€ndel ein groĂer Wurf gelungen. Abwechslungsreiche Arien, ergreifende ChorsĂ€tze, ein farbig instrumentiertes Orchester â
der Bewunderung sind fast keine Grenzen gesetzt. Und doch stellt sich beim Zuhörer Erschöpfung ein: Manches (LiebesgestĂ€ndnis Salomon und Königin) ist reichlich ausfĂŒhrlich
geraten. Wem es also in die Schuhe schieben, wenn die musikalische Spannung nachlÀsst? Komponist oder Interpret? Letzterem sicherlich auch.
NatĂŒrlich kĂ€mpfte der HĂ€ndel-Fan Rainer Winkel energisch fĂŒr diesen seinen Komponisten. Das Ergebnis: Viel Spannung, aber auch vereinzelte DurchhĂ€nger. Die zweite Szene des
ersten Aktes könnte als Beispiel dienen. Trotz guter bis ĂŒberragender SĂ€nger, trotz authentizitĂ€tsbesessenen Orchesters und schlankstimmigen Chores: Hier fehlte noch das unbedingt fesselnde, das mitreiĂende Element.
Und dies, obwohl der WestfĂ€lische Kammerchor Minden beispielhaft fĂŒr barocke AuffĂŒhrungspraxis gestaltete. Mit sanfter Bewegung, hoher Durchhörbarkeit und ohne
zwanghafte Darstellungswut. An anderer Stelle aber vermisste man genĂŒgend chorische PrĂ€senz. Da war des Guten und Richtigen dann zuviel getan. Die TextverstĂ€ndlichkeit
jedenfalls bescheiden. Und dies trotz klein besetzten Orchesters.
Die Hannoversche Hofkapelle (inzwischen gern gehörter Dauergast in Minden) musizierte
mit jener Klarheit und Helligkeit des Klangbildes, wie es von Orchestern mit alten Instrumenten erwartet werden kann. Wenn nötig auch mit barocker Pracht. Im Ganzen aber eher kammermusikalisch filigran.
Vier gute Stimmen und eine Salomon-Darstellerin, die eine Klasse fĂŒr sich verkörperte, bildeten das Solistenensemble. Der helle Tenor von Manuel König und der warme Bass
von Albrecht Pöhl waren wenig beschÀftigt. Die Soprane von Dorothea Winkel (Königin/erste Frau) und Johanna Winkel (zweite Frau/Königin von Saba) zeigten zwei
Facetten barocker Gesangskunst auf. Der leichter gefĂŒhrte, im Ausdruck neutralere Sopran von Dorothea Winkel gegen den energisch und leidenschaftlichen, dafĂŒr ebenso stilsicher
agierenden von Johanna Winkel: Ein Kontrast, der Spannung schuf.
Dominiert aber wurden sie alle von Wiebke Lehmkuhls Salomon-PortrĂ€t. Ein fĂŒlliger und
scharf charakterisierender Alt war zu hören, dynamisch flexibel und gestalterisch umwerfend. Die ĂŒberragende Leistung des Abends. Wer war nicht erschĂŒttert, als sie ihr âDivide the babeâ in den Kirchenraum schleuderte?
Rainer Winkel dirigierte das Ganze mit der ihm eigenen Ăberzeugungskraft. Wie schon gesagt: Mit weniger dramatischer Spannkraft im ersten Akt, dann mit besserem Timing und
genauerer Profilierung der SĂ€tze. Völlig verhetzt dagegen die bekannte âAnkunft der Königin von Sabaâ. Das Publikum zeigte sich angetan: Es feierte diese HĂ€ndel-Begegnung mit Bravo-Rufen.
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Link-Tipps SOLOMON - Oratorium von Georg Friedrich HĂ€ndel / Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Solomon_(H%C3%A4ndel)
Zum Werk: http://www.chor.ch/archiv/solomon-info.htm
Georg- Friedrich- HĂ€ndel-Gesellschaft - Internationale Vereinigung e. V. http://www.haendel.haendelhaus.de/
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Der WestfÀlische Kammerchor hat das Gedenkjahr anlÀsslich des 300. Todestages von
Dietrich Buxtehude (1637 - 1707)
zum Anlass genommen, ein Programm ausschlieĂlich mit den Werken dieses Komponisten zu erarbeiten.
FĂŒr den Chor und seinen Leiter ist Buxtehude nicht irgendein "Kleinmeister", sondern -
zumindest nördlich der Alpen - der bedeutendste Komponist zwischen Heinrich SchĂŒtz (1585 - 1672) und Johann Sebastian Bach (1685 - 1750). Zwar werden von
Kirchenmusikern und Organisten seine Orgelwerke in ihrer Bedeutung gewĂŒrdigt, seine Vokalmusik aber steht bisher eindeutig in deren Schatten. Sie gilt im Vergleich zur
Vokalmusik von SchĂŒtz und Bach als weniger schwierig. Vermutlich deshalb haben sich renommierte Chöre nur selten so fĂŒr Buxtehudes Kunst eingesetzt, wie sie es verdient hĂ€tte.
Das könnte sich in diesem Jahr Ă€ndern, wenn man sieht, mit was fĂŒr einem groĂartigen Programm zum Beispiel die Stadt LĂŒbeck ihrem langjĂ€hrigen Organisten an der Marienkirche die Ehre erweist.
So kann man hoffen, dass das JubilÀumsjahr dazu beitrÀgt, Buxtehude den ihm zukommenden Rang in der Musikgeschichte zuzuweisen.
Dietrich Buxtehude (Hinweis: Auf diesem Ausschnitt aus dem ĂlgemĂ€lde von Johannes Voorhout (1674)
handelt es sich nur vermutlich um Dietrich Buxtehude) Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Buxtehude
Weitere Infos zum Komponisten und zum Buxtehudejahr 2007
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Sonntag, 3. Juni 2007 um 17 Uhr
Der WestfÀlische Kammerchor Minden musizierte im Rahmen der Konzertreihe fermata
musica an der katholischen Kirche St. Walburga in Porta Westfalica Hausberge.
AnlÀsslich des 300. Todestages des Komponisten am 9. Mai
WERKE VON DIETRICH BUXTEHUDE
Auf dem Programm standen: Die Kantaten: "Cantate Dominoâ, "FĂŒrwahr, er trug unsere Krankheitâ, "Herzlich lieb hab'
ich dich, 0 Herr", das "Magnificat" , "Nimm von uns, Herr, du treuer Gott"; das "Kyrie" aus
der "Missa brevis" , die Choralfantasie fĂŒr 5-stimmigen Chor "Mit Fried und Freud ich fahr dahin" fĂŒr 5-stimmigen Chor und Generalbass und Magnificat primi Toni fĂŒr Orgel.
Mitwirkende sind Friedhelm Wörmann (Orgel), der WestfÀlische Kammerchor Minden, die
Instrumentalsolisten Helmut Winkel, Dorothee Gescher (Violinen), Gundula Faust, Dorothea Winkel (Violen), Hartmut Hangen (Violoncello), Roger Pfandhöfer (Kontrabass). Die Leitung hatte Rainer Winkel.
Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 05.06.07
Stimmige Buxtehude-WĂŒrdigung Der WestfĂ€lische Kammerchor Minden feiert den Barock-Komponisten
Porta Westfalica (usk). Gefeiert wird er hauptsÀchlich von den Spezialisten: Dietrich
Buxtehude starb vor 300 Jahren und ist zwar kein Unbekannter, aber ein UnterschÀtzter geblieben. Jetzt zum JubilÀum ist die musikalische Ausbeute allerdings betrÀchtlich gestiegen. Von Udo Stephan Köhne
Ein glĂŒhender Buxtehude-Verehrer, der NiederlĂ€nder Ton Koopman, will in den nĂ€chsten
Jahren sogar das Gesamtwerk auf TontrĂ€ger bannen. Und auch Rainer Winkel lieĂ im kleinen aber feinen Programm verlautbaren, dass er Dietrich Buxtehude fĂŒr den
bedeutendsten Komponisten zwischen SchĂŒtz und Bach hĂ€lt, der nördlich der Alpen in jener Zeit gewirkt hat. Ein solcher Enthusiasmus rechtfertigt ein komplettes Buxtehude-Programm in jedem Fall.
Sechs Vokalwerke und eines der vergleichsweise hĂ€ufig erklingenden OrgelstĂŒcke standen
jetzt in der St.-Walburga-Kirche auf dem Programm. Der WestfÀlische Kammerchor Minden hatte sich also viel vorgenommen. Tat sich anfangs allerdings schwer, zu stimmlicher
homogener Form zu finden. Im "Cantate Domino", einer Kantate fĂŒr dreistimmigen Chor, war das Suchen und Finden nach gemeinsamen Ausdruck das beherrschende Element.
Doch der Kammerchor konnte eine Steigerung vollziehen. Sie war im "FĂŒrwahr, er trug
unsere Krankheit" zu spĂŒren. GröĂere Sicherheit und bessere FlexibilitĂ€t: die knapp ĂŒber 30 Choristen sangen sich in diese viertelstĂŒndige Kantate energisch hinein. Eine liebevolle und
entspannte Wiedergabe, die imponieren konnte. Kein ĂŒbertriebener Ausdruck (bei dem Wort "Schmerzen" könnte durchaus die Aussage harmonisch schĂ€rfer unterstrichen werden), dafĂŒr ein angenehmes FlieĂen der Musik.
Desgleichen in der beinahe riesenhaften Kantate "Herzlich lieb hab ich dich, o Herr", in der
dem Sopran allein die erste Strophe anvertraut ist. Auch hier wurde Buxtehude ein guter Dienst erwiesen: Das Gesamtbild war ausgeglichen, die Durchhörbarkeit gewÀhrleistet, die
interpretatorischen Nuancen stimmig. Ein "Magnificat primi toni" musizierte Friedhelm Wörmann im Anschluss mit barocker Entschlossenheit. Farbig und rhetorisch ĂŒberzeugend
war dieser Beitrag. Abwechslungsreich auch das chorische "Magnificat", das die Vokalisten unter Rainer Winkels konzentrierter Leitung anboten. Individuelle SchwÀchen wurden von
der respektablen Gesamtleistung in den Hintergrund gedrÀngt.
Wichtig das die Werke tragende insgesamt sieben Musiker umfassende
Instrumentalensemble, das sich als inspirierender Faktor entpuppte. Eine weitere Kantate ("Nimm von uns, Herr, du treuer Gott") zeigte geschickten Umgang mit barocker Musik,
die abschlieĂende Choralfantasie ("Mit Fried und Freud fahr ich dahin") fesselte durch die bezwingende dynamische Charakterisierung. Es fiel daher schwer, heftigen Beifall zu
spenden. Das in gar nicht so geringer Zahl erschienene Publikum fand sich dennoch zu viel Applaus bereit.
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Samstag, 2. Juni 2007 um 18 Uhr im Rahmen der Motette an der St. Marienkirche Minden
KANTATEN VON DIETRICH BUXTEHUDE
zum dreihundersten Todesjahr des Komponisten
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11. MĂ€rz 2007 um 18 Uhr Festsaal der Waldorfschule Minden - Haddenhausen
CHORKONZERT
mit Werken von
Monteverdi, Brahms (Zigeunerlieder), BartĂłk, Frank Martin
AusfĂŒhrende: WestfĂ€lischer Kammerchor Minden Almut PreuĂ-Niemeyer, Klavier Dorothea Winkel, Sopran Leitung: Rainer Winkel
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 14.03.07
Wunderschön wogende Stimmen WestfÀlischer Kammerchor prÀsentierte weltliche Werke
Bekamen langen Applaus: der WestfĂ€lische Kammerchor mit Leiter Rainer Winkel, Dorothea Winkel und Almut PreuĂ-Niemeyer. Von Christian Helming
Minden (hel). Der Festsaal der Waldorfschule in Minden bot den passenden Rahmen fĂŒr
ein Konzert des WestfĂ€lischen Kammerchores mit weltlichen Werken. UnterstĂŒtzt wurde der Chor unter der Leitung von Rainer Winkel von der Sopranistin Dorothea Winkel und Almut PreuĂ-Niemeyer am Klavier.
Kein AufwĂ€rmen, kein EinsingstĂŒck: Gleich zu Beginn machte der WestfĂ€lische
Kammerchor mit âLamento dâArianaâ von Claudio Monteverdi seine gestalterischen FĂ€higkeiten deutlich. Nie kam in dem ausladenden Madrigal Langeweile auf, wunderschön
wogten die âO Teseo mioâ-Rufe durch alle Stimmen des Chores. Die dynamischen Abstufungen waren Ă€uĂerst gelungen.
Auf Rheinbergers âNachtigallâ folgten zwei Mignon-Lieder von Hugo Wolff fĂŒr Sopran und
Klavier, dargeboten von Dorothea Winkel und Almut PreuĂ-Niemeyer. Dorothea Winkel verfĂŒgt ĂŒber eine ausgesprochen schöne Liedstimme mit angenehmen, dezentem Vibrato
und Ă€uĂerst klarer Diktion, aus der eine sehr gute TextverstĂ€ndlichkeit resultiert. Ihr Vortrag der melancholischen Lieder bewegte das Publikum.
In dem er ein Zwölftonthema vorstellen lieĂ, verwandelte Winkel den Abend, wohl auch zur Ăberraschung seines Chores, in eine Art GesprĂ€chskonzert, und brachte so die drei âSongs
of Arielâ des Schweizer Komponisten Frank Martin (1890-1974) nĂ€her.
Feuriger Abschluss mit Zigeunerliedern
Verdienstvoll ist dies Engagement, sich auch immer wieder mit der Musik des 20.
Jahrhunderts zu befassen. Auch wenn mancher Einsatz etwas zögerlich anmutete, konnte derjenige, der keine BerĂŒhrungsĂ€ngste zu Musik moderner Tonsprache und mit recht freiem
Umgang der TonalitĂ€t hat, im âThree men of sinâ (Solo: Dorothea Winkel) durchaus den chorischen Höhepunkt des ersten Konzertteiles entdecken.
Der zweite Teil war ungarischen Komponisten und Themen gewidmet. Vier slowakischen Volksliedern fĂŒr vierstimmigen Chor und Klavier von Bela Bartok, denen der Kammerchor
in ihrem folkloristischen Duktus gerecht wurde, folgten drei Lieder fĂŒr Sopran und Klavier (ebenfalls von Bartok) von Dorothea Winkel und Almut PreuĂ-Niemeyer klangschön
prÀsentiert, wenngleich vielleicht nicht mehr ganz dieselbe Tiefe des Ausdrucks herrschte wie bei den Liedern Hugo Wolffs, was sicher den Liedern selbst und nicht dem Vortrag geschuldet war.
Beim ersten der folgenden beiden ungarischen Chorlieder von Zoltan Kodaly (1882-1964) konnte der Chor seine gute Piano-Kultur prÀsentieren. Der Schlusston des Basses war
mehr ein FĂŒhlen denn ein Hören: ein bewegendes Abendlied, mit viel Beifall bedacht.
Den feurig-freudigen Abschluss bildeten die Zigeunerlieder op. 103 von Brahms.
Ausgelassen und schwungvoll wurde mit der nötigen HerzenswĂ€rme musiziert, die ĂŒber das bloĂe Buchstabieren des Notentextes die Musik erst zum Leben erweckt. Auch hier war
Almut PreuĂ-Niemeyer eine im besten Sinne unauffĂ€llige und damit den SĂ€ngern dienliche Begleiterin. Das Publikum dankte mit langem Applaus, der Chor mit der Wiederholung des letzten Brahms-Liedes.
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30 Jahre WestfÀlischer Kammerchor Minden
Sonntag, 22. Oktober 2006, 20 Uhr · St. Marienkirche Minden
Claudio Monteverdi | Marien-Vesper 1610
Dorothea Winkel, Sopran · Johanna Winkel, Sopran Julian Podger, Tenor · Henning Kaiser, Tenor Albrecht Pöhl, Bariton · Erdmann Fricke, Bass
WestfÀlischer Kammerchor Minden Instrumentalsolisten auf historischen Instrumenten
Vorverkauf: Musik-RĂŒhrmund am Dom ab 27. 9. 2006, Eintritt: 25 âŹ, 15 ⏠(SchĂŒler, Studenten 10 âŹ)
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Der WestfÀlische Kammerchor hat in folgender Besetzung gesungen
Sopran: Charlotte Deppe, Maria Falke, Elisabeth Fendel, Gesa Hangen, Annette Harting,
Ute Hegerfeld, Bettina Koch, Karin Koch, Tabea Kuhlemann, lIona Lanyi, Annegret Prante, Christiane Röttger, Hedwig Schmidinger, Eva Tiemann
Alt: Claudia Bökelheide, Susanne GroĂer, Elisabeth Imming, Christine Kahl, Sabine
Köhne, Christine Köster, Dorothee MĂŒnden-Fabry, Jana Neuhaus, Frauke Seele-Brandt, Ulrike Winkel, Elke Wunderlich
Tenor: Volker Ahrensmeier, Reinhard Bauer, Manuel Doormann, Andreas GlÀsker,
Hartmut Hangen, Joachim Krugmeier, Andreas Neuhaus, Manfred Prante, Matthias Uphoff, Christian WeiĂenberg
Bass: Eberhard Buttler, Alexander Deierling, Volker Fiedler, Ansgar Gescher, Sebastian
GrĂŒnberg, Stephan Lindemeier, Hinrich Muhle, Jens-Martin TrĂ€der, Henning Zarnkow.
Das Textheft als Ansichtsexemplar [261 kB] konz_12-5k-web.pdf
Die Finanzierung eines Konzertes ist ohne finanzielle Hilfe durch Sponsoren nicht
möglich. Deshalb sei an dieser Stelle allen Sponsoren, insbesondere auch den anonymen, ganz herzlich fĂŒr die groĂzĂŒgige UnterstĂŒtzung gedankt.
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 24.10.06
GroĂe Liebe zu Monteverdi WestfĂ€lischer Kammerchor feiert sein 30-JĂ€hriges mit âMarienvesperâ Mit der Marienvesper beging der WestfĂ€lische Kammerchor sein 30-jĂ€hriges Bestehen. Von Udo Stephan Köhne
Minden (usk). Mit Claudio Monteverdi fÀngt vieles an, etwa die Geschichte gewichtiger
Messvertonungen. Die 1610 veröffentlichte âMarienvesperâ ist zum festen Repertoire arrivierter Ensembles geworden. Ein unbedingter PrĂŒfstein fĂŒr den Umgang mit sehr alter Musik ist sie geworden; insofern
war die Wahl dieses Werkes zum 30-jÀhrigen Bestehen des WestfÀlischen Kammerchores Minden auch ein Wink in eigener Sache: Seht her, was wir können. Ein Blick in
CD-Kataloge verrĂ€t, dass 15 Aufnahmen erhĂ€ltlich sind. Die meisten bedienen sich wie selbstverstĂ€ndlich des Instrumentariums der historischen AuffĂŒhrungspraxis.
Die AuffĂŒhrung zum 30-jĂ€hrigen Bestehen des WestfĂ€lischen Kammerchors Minden griff im Orchester daher auf alte Instrumente zurĂŒck und garantierte damit eine groĂe Farbigkeit des
Klangbildes. Ăberdies erzĂ€hlte diese Einstudierung eine Geschichte vom Umgang mit âAlter Musikâ. Von der unverkrampften und entspannten Art nĂ€mlich, diese zu musizieren. Schon
Ende der 70er-Jahre haben Rainer Winkel und sein Chor sich mit der âMarienvesperâ auseinandergesetzt: Das StĂŒck ist seitdem ein stĂ€ndiger Wegbegleiter geblieben. Davon war
in der Neueinstudierung in der Marienkirche viel zu hören. Monteverdi wurde gespielt und gesungen, als mĂŒsse es so und nicht anders sein. Nicht die
Arbeit am stilistischen Detail stand im Vordergrund (die war trotzdem vorhanden und von nicht zu vernachlÀssigender QualitÀt), sondern die Entwicklung einer stilistisch zutreffenden
Klangsprache. Und diese wurde schnell gefunden. Mit groĂer HomogenitĂ€t ging der Chor zu Werke, auĂerdem mit vokaler Durchsichtigkeit. Schönklang dominierte, ohne dass die
frĂŒhbarocke Charakteristik zu leiden hatte. Interpretatorisch betrachtet eine mittlere Position: Nicht die artikulatorischen Extreme betonen, sondern ein weiches, doch jederzeit
klares Klangbild erzielen. So ist der WestfĂ€lische Kammerchor 2006 aufgestellt. BerĂŒhrend jene Momente, in denen das mehr als 40-köpfige Ensemble sich zu zartem Pianissimo fand;
etwa gegen Ende der âMarienvesperâ, als die Kontemplation die Ăberhand gewann. Energisch, wenn auch durch die Kirchenakustik gemildert, das Auftreten des aus achtzehn
Spielern bestehenden Orchesters. Unaufdringliche Kompetenz wurde demonstriert: Mehr war auch nicht nötig. Eine insgesamt mehr als nur zuverlĂ€ssige StĂŒtze des Chores.
Ausgezeichnet, was die sechs Gesangssolisten anzubieten hatten. Ein Ereignis der Tenor von Julian Podger: Leichte Stimmgebung, saubere Deklamation und höchste vokale
FlexibilitĂ€t waren seine TrĂŒmpfe. Henning Kaisers Tenor stand ihm nicht wirklich nach. Werkdienlich ihr Einsatz im âDuo Seraphimâ: Wie sie âclamabantâ musikalisch
verdeutlichten, hatte Klasse. GleichermaĂen ĂŒberzeugend Albrecht Pöhl (Bariton) und Erdmann Fricke (Bass). Von einnehmender Schönheit die stilsicher agierenden Soprane
von Johanna und Dorothea Winkel, die eine klangstÀrker (Johanna Winkel), die andere behutsamer (Dorothea Winkel) singend; im Zusammenklang ergÀnzten sie sich vorteilhaft.
Bleibt das Dirigat von Rainer Winkel: Es war anregend (âLaetatus sumâ), an anderer Stelle innig. Es sprach jederzeit von der Liebe zu Claudio Monteverdi. Das Publikum in der gut
besetzten Marienkirche wĂŒrdigte den Abend mit ausgedehntem Beifall: Man weiĂ eben doch, was man mit dem âWestfĂ€lischen Kammerchor Mindenâ hat.
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FĂŒnfte Begegnung mit einem Meisterwerk Monteverdis Rainer Winkel bereitet mit dem WestfĂ€lischen Kammerchor Minden AuffĂŒhrung der
âMarienvesperâ in der Marienkirche vor Von Udo Stephan Köhne Copyright © Mindener Tageblatt 2006 | Erscheinungsdatum 06.10.2006 PDF-Datei mt-kc061006b.pdf [112 kB]
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Geistliches Chorkonzert
Heinrich SchĂŒtz: Musikalische Exequien Werke von J. S. Bach, Joh. Brahms, Max Reger
Sonnabend, 22. Oktober 2005 18.00 Uhr St. Simeoniskirche Minden
Heinrich SchĂŒtz 1585 â1672 In te, domine speravi (Psalm 31, 2-3)
Motette fĂŒr 4-stimmigen Chor u. Generalbass aus "Cantiones sacrae" (1625)
Heinrich SchĂŒtz 1585 - 1672 Musikalische Exequien (1636) fĂŒr Soli, 5 - 8 stimmigen Chor u. Generalbass
I. Nacket bin ich von Mutterleibe kommen In Form einer deutschen BegrÀbnis-Missa II. Herr, wenn ich nur dich habe (Psalm 73, 25-26) III. Herr, nun lÀssest du deinen Diener in Frieden fahren
Canticum Simeonis (Lukas 2, 29 - 32)
Johann Seb. Bach 1685 â 1750 0 Jesu Christ, meins Lebens Licht (BWV 118) Motettischer Satz fĂŒr eine Trauerfeier
Fassung fĂŒr 4-stg. Chor, 2 Oboen, Streicher u. Generalbass
Max Reger 1873 â1916 3 Motetten aus Geistliche GesĂ€nge op.138 Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit (M. Claudius)
Unser lieben Frauen Traum (Dichter unbekannt) Wir glauben an einen Gott (14.Jahrhundert)
Johannes Brahms 1833 -1897 Warum ist das Licht gegeben dem MĂŒhseligen Motette fĂŒr 4-6-stimmigen Chor a cappella op.74 Nr.1
Mitwirkende: Dorothea Winkel (Sopran) - Johanna Winkel (Sopran) - Carolin Barnfield (Alt) Manuel König (Tenor) - Manuel
Doormann (Tenor) - Erdmann Fricke (Bass) N.N. Violoncello, N.N. Violone, Dennis Götte Chitarrone, Friedhelm Wörmann Orgelpositiv
WestfÀlischer Kammerchor Minden | Leitung: Rainer Winkel
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 23.10.05
Mit Werken von Heinrich SchĂŒtz die Zuhörer ĂŒberwĂ€ltigt WestfĂ€lischer Kammerchor unter Leitung von Rainer Winkel mit
musikalischen Novembergedanken in St. Simeonis
Von Udo Stephan Köhne
Minden (usk). Es dĂŒrfte sich um das Comeback des Jahres handeln: die St. Simeonis-Kirche steht als Konzertsaal wieder zur VerfĂŒgung.
Gelungen ist diese RĂŒckeroberung dem WestfĂ€lischen Kammerchor Minden, der mit einem geistlichen Chorkonzert (thematischer Faden Trauer und Tod) auch prompt einen schwer zu
ĂŒberbietenden qualitativen MaĂstab setzte. Mit Werken aus Barock und Romantik zeigte das von Rainer Winkel geleitete Ensemble, wie man den jeweiligen Kompositionen
interpretatorisch zu Leibe rĂŒcken muss, um sie zu durchdringender Wirkung zu bringen. Am wunderbarsten entfaltete sich die gestalterische Kunst des WestfĂ€lischen
Kammerchores naturgemÀà an StĂŒcken aus alter Zeit; und hier vor allem anden "Musikalischen Exequien" SWV 279-281 von Heinrich SchĂŒtz. Das ist Musik, die Rainer
Winkel und seinen SĂ€ngern nicht nur offensichtlich besonders am Herzen liegt, sondern auch mit einer gestalterischen Eindringlichkeit erfĂŒllt wird, die stets auf Neue verblĂŒfft.
Ein zahlenmĂ€Ăig gar nicht so kleines Chorensemble (rund 35 SĂ€ngerinnen und SĂ€nger) musiziert hier kammermusikalisch delikat, affektreich und stets in der gleichen
interpretatorischen Absicht. Eine SelbstverstÀndlichkeit, könnte man meinen. Und muss doch im Konzertalltag feststellen, dass dies eben lÀngst nicht die Regel ist. Der WestfÀlische
Kammerchor Minden aber weiĂ (oder hat es eingebleut bekommen), wie zart und edel man mit Heinrich SchĂŒtz umgehen kann. Der Chorsatz bleibt durchweg licht, die StimmfĂŒhrung
ist instrumental, das Ergebnis folglich ĂŒberwĂ€ltigend. Schlichtheit erzeugt Tiefe des Ausdrucks, die auch von vereinzelten stimmlichen SchwĂ€chen nicht gestört wird.
Stark auch, was der WestfÀlische Kammerchor Minden an Solisten aus den eigenen Reihen aufbieten kann. Ob die zwei leicht ansprechenden Tenöre (Manuel König und Manuel
Doormann) oder die weiteren Solisten (Dorothea Winkel, Carolin Barnfield, Erdmann Fricke): sie alle musizieren - wie auch das kleine Instrumentalensemble - ganz im
frĂŒhbarocken Geist. Diese Kompetenz zeigt sich auch in einem Chorsatz von Johann Sebastian Bach ("O Jesu Christ, meines Lebens Licht" BWV 118), in dem es um die Demonstration klanglicher HomogenitĂ€t geht.
Und mit drei Motetten von Max Reger (aus den "Geistlichen GesÀngen" op.138) geht es dann in die Romantik; klangliche Schönheit und emotionale Teilnahme kommen hier zu einer
schönen Verbindung. Am Ende dann ein "Klassiker": "Warum ist das Licht gegeben dem MĂŒhseligen" op. 74,1 von Johannes Brahms hat Rainer Winkel immer wieder ins Programm
genommen. Anno 2005 klingt die Darstellung weniger aufwĂŒhlend; eher glaubt man dasTröstende, das Hoffnungsfrohe der Musik zu hören. Ergriffenheit am Ende, dann ausgiebiger Beifall.
Copyright © Mindener Tageblatt 2005 | Erscheinungsdatum 23.10.2005 | PDF-Datei
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Samstag, 4.06.05 | St. Marienkirche zu Minden
âMotette in St. Marien"
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Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt vom 07.06.05
Eine chorische Meisterleistung WestfĂ€lischer Kammerchor singt Werke von FrĂŒh- bis Neobarock
Von Christian Helming
Minden (hel). Dass man mit heimischen und regionalen KrÀften (wenn man Hannover,
OsnabrĂŒck und Herford als erweiterte Region ansieht) eine Chormusikreihe von Rang ins Leben rufen kann, hatten die bisherigen Konzerte der Reihe âMotette in St. Marien" bereits bewiesen.
Und es stand nicht zu befĂŒrchten, dass der WestfĂ€lische Kammerchor unter der Leitung von Rainer Winkel fĂŒr eine Unterschreitung des bisherigen Niveaus sorgen wĂŒrde. So war es
denn auch: die Darbietung pendelte sich rasch am oberen Ende der Skala ein. Barock-Kompositionen von Samuel Scheidt, Heinrich SchĂŒtz und Henry Purcell umrahmten
die Höhepunkte des ersten Teils: Hugo Distlers âDas ist je gewisslich wahr" und Ernst Peppings Evangelien-Motette âJesus und Nikodemus", in der der WestfĂ€lische
Kammerchor seine technische Reife vollends ausspielen konnte. Welche Anforderung, neben allen anderen Herausforderungen der sehr komplexen und
komplizierten Musik Peppings, der stete Wechsel zwischen Monodie und Tutti (der Bass ĂŒbernahm die ErzĂ€hlfunktion, Tenor und Bass dann die Rolle des Nikodemus und der volle
Chor die Jesus-Worte) an die AusfĂŒhrenden stellt, wie schwer es ist, wirklich einstimmig zu singen und wie scheinbar mĂŒhelos dies alles gelang, mag als Beispiel fĂŒr die SouverĂ€nitĂ€t
der AusfĂŒhrenden dienen. Sehr gut auch die klare Artikulation, die fĂŒr eine ausgezeichnete TextverstĂ€ndlichkeit sorgte. Nach der Motette âUnser Vater in dem Himmel" von Gottfried August Homilius, der doch
eher zu den Kleinmeistern zu zĂ€hlen ist, wenngleich eine solche Verschnaufpause auch dem Publikum gut tat, folgten âDer Mensch lebt und bestehet nur eine kurze Zeit" von Max
Reger und anschlieĂend als weiterer Programmhöhepunkt â0 Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens" von Kurt Hessenberg (1908-1994), eine Komposition aus dem
Jahre 1946. Einmal mehr wurde deutlich, dass der WestfĂ€lische Kammerchor in der moderneren Tonsprache noch stĂ€rker beheimatet zu sein scheint, die hierfĂŒr erforderliche
sĂ€ngerische BefĂ€higung das Gestaltungsvermögen noch antreibt. Henry Purcells âNunc dimittis" und als Zugabe ein weiterer Reger aus op. 138, das
Nachtlied, beschlossen diese eindrucksvolle chorische Meisterleistung, die vom erfreulicherweise sehr zahlreich erschienenen Publikum mit lang anhaltendem Beifall bedacht
wurde. Daneben wusste auch einmal mehr der Veranstaltungsrahmen zu ĂŒberzeugen: Lesungen, Gebet, gemeinsames Lied und kontemplative Stille zwischen den StĂŒcken. Da capo.
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Sonntag, dem 28. November 2004 um 18.00 Uhr St. Ansgarkirche zu Minden
Geistliche Musik zum Advent
Programm:
Ernst Pepping: Die Weihnachtsgeschichte des Lukas fĂŒr Chor
Zwei Motetten von Heinrich SchĂŒtz und Kompositionen fĂŒr Cembalo
von Joh. Jakob Froberger
AusfĂŒhrende: WestfĂ€lischer Kammerchor Minden und Friedhelm Wörmann. Leitung: Rainer Winkel.
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Samstag, dem 27. November 2004 um 19.30 Uhr Heilig-Geist-Kirche der Ev. Luth. Wichernkirchengemeinde zu Bad Oeynhausen
Geistliche Musik zum Advent
Programm:
Ernst Pepping: Die Weihnachtsgeschichte des Lukas fĂŒr Chor
Zwei Motetten von Heinrich SchĂŒtz und Orgelwerke
AusfĂŒhrende : WestfĂ€lischer Kammerchor Minden und Kantor Harald Sieger. Leitung: Rainer Winkel.
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MOTETTEN
von Johann Sebastian Bach
Sonntag 6. Juni 2004 18.00 Uhr / St. Marienkirche Minden
Eintritt:10 â 15 ⏠(SchĂŒler, Studenten: 5 âŹ) Vorverkauf: Buchhandlung Slagelambers
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31. Januar 2004 / 19.30 Uhr Heilig-Geist-Kirche Evg. Luth. Wichernkirchengemeinde Bad Oeynhausen, Wichernstr. 15
1. Februar 2004 / 18.00 Uhr St. Martinikirche Minden Martinikirchhof
Kirchenmusikalische Meisterwerke der Romantik Felix Mendelssohn · Johannes Brahms · Anton Bruckner
Felix Mendelssohn (1809 -1847)
Drei liturgische SĂ€tze fĂŒr 8-stimmigen Chor a capella (Kyrie A-Dur, Ehre sei Gott in der Höhe, Heilig ist der Herr Zebaoth)
Choralmotette fĂŒr 8-stimmigen Chor a capella Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen
Psalmmotette fĂŒr 8-stimmigen Chor a capella Denn er hat seinen Engeln befohlen ĂŒber mir
Orgelsonate B-Dur Op. 65 Nr. 4
Johannes Brahms (1833 - 1897)
Drei Motetten fĂŒr vier- und achtstimmigen Chor a capella op. 110 Ich aber bin elend Ach arme Welt, du trĂŒgest mich
Wenn wir in höchsten Nöten sein
Aus elf Orgelvorspielen Op. 122 Herzlich tut mich verlangen Nr. 9 und 10
Anton Bruckner (1824 - 1896)
Messe Nr. 2 e-moll fĂŒr achtstimmigen Chor und 15 BlĂ€ser (2. Fassung 1882)
AusfĂŒhrende: BlĂ€sersolisten, WestfĂ€lischer Kammerchor Minden Prof. Dr. Helmut Fleinghaus
Leitung: Rainer Winkel
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AuffĂŒhrung am 2. Februar 2003 um 20.00 Uhr in der St. Marienkirche Minden
âIsrael in Ăgyptenâ
Oratorium von G.F. HĂ€ndel
Die Mitwirkenden sind u.a.: Christine Wolff (Sopran) · Dorothea Winkel (Sopran), Henning Voss (Altus) · Henning
Kaiser (Tenor), Albrecht Pöhl (Bariton) · Michael Humann (Bass)
Hannoversche Hofkapelle · WestfÀlischer Kammerchor Minden
Leitung Rainer Winkel.
Karten sind erhÀltlich im Vorverkauf in der Buchhandlung Slagelambers, Rathaus
Preise: 12,- Euro unnummeriert / 20,- Euro ab Reihe 9 / 25,- Euro Reihe 1 - 8
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DIE MITWIRKENDEN
Hannoversche Hofkapelle
Die Hannoversche Hofkapelle kommt aus einer Stadt, die nach allen Seiten freien Blick zum
Horizont gewĂ€hrt. In den SĂŒden, aus dem von Rom her HĂ€ndel kam, in den Norden des jungen Brahms, in den Westen französischer Eleganz und in den Osten des durchtrainierten
Kontrapunkts. Was Reisende mitbrachten, schlug hier Wurzeln. Die Hannoversche Hofkapelle ist eine BlĂŒte solcher Tradition. SchlieĂlich wurde das Ensemble schon 1981 als "Capella Agostino Steffani" gegrĂŒndet,
benannt nach jenem barocken Meister der Stilfusion, der Hannover zu glanzvollem Theater verhalf. Seine Oper "Enrico Leone" wurde in der Regie Herbert Wernickes ein nachhaltiger
Erfolg. 1996 gab sich das Ensemble den neuen Namen, der neben lokaler Bindung auch ein vergröĂertes Repertoire signalisiert. Musiktheater spielt eine tragende Rolle. Mozarts Dreigestirn erotischer Wirrungen, "CosĂŹ
fan tutte", "Figaro" und "Don Giovanni", hat der Hannoverschen Hofkapelle nicht nur groĂes Publikum in den Königlichen GĂ€rten Herrenhausen verschafft, sondern auch Einladungen zu
Festivals und ins Ausland. Dort ist sie zudem durch Konzertreisen und CDs prÀsent, und neben prominenten Partituren werden auch vergessene Meisterwerke erforscht - mit dem
Erfolg, dass die Einspielungen rarer Werke Telemanns in Frankreich mit der Goldenen Stimmgabel prĂ€miert, in New York fĂŒr den Classical Award nominiert wurden. GewĂŒrdigt
wurde damit nicht zuletzt der Stil eines Ensembles, dessen Mitglieder auch in anderen europÀischen Formationen spielen, Anregungen mitbringen und historische Musikpraxis als ein Mittel der AktualitÀt begreifen.
Viele von ihnen haben sich lÀngst selbst solistisch profiliert. Auch davon profitiert jenes expressive und elegante Spiel, mit dem die Hannoversche Hofkapelle sich ihren Rang
sichert - und ihren Hörern den freien Blick zum Horizont.
Hier erfahren Sie mehr ĂŒber das Kammerorchester mit historischen Instrumenten.
SOLISTEN
Christine Wolff (Sopran)
lebt als freischaffende SĂ€ngerin in Potsdam. Gesangsstudium bei KS Sigrid Kehl,
Venceslava Hruba-Freiberger, Meisterkurse bei Jessica Cash, Emma Kirkby u.a. MehrjÀhriges Festengagement Opernhaus Chemnitz, Landestheater Dessau, zahlreiche
Fachpartien als lyrischer Sopran (Pamina, Susanna, Musette, Anna Reich, Eurydice u.a.). Gast an renommierten OpernbĂŒhnen (MĂŒnchen, Leipzig, Halle, Chemnitz).
Europaweite KonzertĂ€tigkeit - u.a. HĂ€ndelfestspiele Halle, MDR-Musiksommer, Bachfest Leipzig, Schlossfestspiele Ludwigsburg, Telemannfesttage Magdeburg, Festivals fĂŒr Alte
Musik Innsbruck, Stuttgart, Utrecht, Herne, Knechtsteden, Melk, Gran Canaria. Zusammenarbeit mit Gewandhausorchester Leipzig, Philharmonie Sofia, Berliner und
Göttinger Symphoniker unter K.Masur, M.Jurowski, sowie mit Concertgebouworchester Amsterrdam, Hamburger Barockorchester, HÀndelfestspielorchester Halle, Musica Antiqua
Köln, Rheinische Kantorei, Thomanerchor Leipzig unter W.Kuijken, R.Goebel, Hermann Max, G.Chr.Biller, U.Gronostay, H.Chr.Rademann u.a. Intensive Zusammenarbeit mit den groĂen Konzertchören Deutschlands; PreistrĂ€gerin des
Verbandes Deutscher Konzertchöre in 2000. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen (WDR, MDR, NDR, ORB, ORF, Radio Sofia), TV-Auftritte, sowie CD-Produktionen (cpo, Carus, carpediem) liegen vor.
Dorothea Winkel (Sopran)
geboren in Minden, begann ihre Gesangsausbildung in Köln bei Norbert Meyer. Als
langjÀhriges Mitglied des WestfÀlischen Kammerchores Minden und des Kölner Kammerchores (Leitung Peter Neumann) konnte sie sowohl im Ensemble als auch solistisch
Erfahrungen sammeln. Zur Zeit setzt sie ihr Gesangsstudium am Mozarteum in Salzburg bei Prof. Albert Hartinger fort.
Henning Voss (Altus)
wurde 1967 geboren. In seiner Jugend erhielt er Klavier-, Orgel- und Gesangsunterricht. Er
studierte zunĂ€chst an der Musikhochschule LĂŒbeck Kirchenmusik (B-PrĂŒfung), Schulmusik (1. Staatsexamen) und Orgel (Solistendiplom bei Martin Haselbök). AnschlieĂend fĂŒhrte
ihn sein Studium nach Bremen an die Akademie fĂŒr Alte Musik (Aufbaustudium Orgel bei Harald Vogel). GegenwĂ€rtig ist er an der Hochschule fĂŒr Musik und Theater in Hamburg
eingeschrieben, wo er die kirchenmusikalische A-PrĂŒfung abgelegt hat (Orgel bei Wolfgang Zerer) und Gesang (bei Wilfried Jochens) studiert. Seine Ausbildung hat er durch die
Teilnahme an vielen Meisterkursen abgerundet. Er wirkt regelmĂ€Ăig in verschiedenen Ensembles mit (Cantus Cölln, Wiener Akademie, Weserrenaissance Bremen, Lautten
Compagney Berlin etc.) und ist GrĂŒndungsmitglied des Hamburger Vokalquintetts "Die Himlische Cantorey". Er hat in den vergangenen Jahren die wichtigsten oratorischen Werke
der Barockzeit interpretiert und an zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen teilgenommen. An der Hamburgischen Staatsoper hat er im Jahre 2000 bei einer Inszenierung geistlicher Kantaten von Johann Sebastian Bach mitgewirkt.
Henning Kaiser (Tenor)
studierte Gesang an der Hochschule fĂŒr Musik und Theater Hamburg. Einen Schwerpunkt
seiner KonzerttÀtigkeit bildet das Oratorienfach. Hier hat er sich, insbesondere als Interpret der Passionen und Oratorien Johann Sebastian Bachs, einen hervorragenden Ruf erworben.
DarĂŒber hinaus fĂŒhlt er sich auch dem Ensemblegesang verpflichtet, was zu einer Zusammenarbeit mit den fĂŒhrenden Ensembles fĂŒr Alte Musik wie der Himlischen
Cantorey, Weserrenaissance, Cantus Cölln, Teatro Lirico, dem Orlando di Lasso Ensemble, dem Freiburger Barockorchester Consort u. a. fĂŒhrte. Bei zahlreichen
Oratorien- und Opernproduktionen arbeitete er mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Ivor Bolton, Konrad JunghÀnel und Martin Haselböck zusammen. Opern-verpflichtungen
fĂŒhrten ihn an die Bayerische Staatsoper MĂŒnchen und die Hamburgische Staatsoper. Zudem wirkte er bei zahlreichen Rundfunk- und CD- Produktionen mit.
Albrecht Pöhl (Bariton)
geboren in Hannover, war von 1975 bis 1979 Mitglied im Knabenchor Hannover unter
Prof. Heinz Hennig. Von 1987 bis 1995 studierte Albrecht Pöhl an der Hochschule fĂŒr Musik und Theater in Hannover, wo er Mitglied der Opernabteilung in der Klasse von Prof. Carl-Heinz MĂŒller-Thiemens wurde.
WĂ€hrend seiner Studienzeit gewann er erste Preise beim Gesangswettbewerb des Richard-Wagner-Verbandes Minden und beim internen Wettbewerb der hannoverschen
Musikhochschule. 1994 nahm Albrecht Pöhl aktiv an einem Meisterkurs fĂŒr Liedinterpretation bei Irvin Gage in LĂŒbeck teil.1995 schloĂ er das Studium in der
Opernabteilung/Solo mit Diplom ab und setzte das Studium in der Solistenklasse der Musikhochschule Hannover und als PrivatschĂŒler von Wolfgang A. Palm fort. Zahlreiche
solistische Konzertverpflichtungen, Rundfunk-, Fernseh-, und CD-Produktionen in den Bereichen Lied, Oper und Oratorium fĂŒhrten Albrecht Pöhl neben Engagements in
Deutschland u.a. nach Japan, Tunesien, Prag und Wien. Ferner konzertierte er bei den Göttinger HÀndel-Festspielen , mit Reinhard Göbel bei den Telemann - Festspielen
Magdeburg 2002, beim Braunschweiger Kammermusik-Podium und ebenfalls 2002 unter Thomas Hengelbrock im Festspielhaus Baden - Baden. Albrecht Pöhl ist als GastsÀnger u.a. an den OpernhÀuser Braunschweig, Potsdam, Essen,
Bayerische Staatsoper MĂŒnchen und NiedersĂ€chsische Staatsoper Hannover tĂ€tig. In Hannover war er von 1997 bis 2001 als festes Ensemblemitglied engagiert. Albrecht Pöhl
ist seit 2001 als freier SÀnger in den Bereichen Oper, Oratorium und Lied tÀtig.
Michael Humann (Bassbariton)
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wurde in Ostercappeln bei OsnabrĂŒck geboren. Nach dem Abitur erlernte er zunĂ€chst das
Maurerhandwerk und nahm anschlieĂend ein Architekturstudium auf. Sein Gesangsstudium absolvierte er in Hannover bei William Reimer und Carol Richardson sowie anschlieĂend ein Aufbaustudium in Weimar bei Eugen Rabine.
WĂ€hrend dieser Zeit konnte er mit Peter Kooij geistliche Werke des 18. Jahrhunderts erarbeiten und ist ein gefragter Interpret besonders der Oratorien Johann Sebastian Bachs.
Die Musik Claudio Monteverdis brachten ihm Mark Tucker und die Theorbistin Paula Chateauneuf nahe. Als OpernsÀnger ist Michael Humann am Oldenburgischen Staatstheater, am Bremer
Theater, am Opernhaus Nizza, der Staatsoper Stuttgart und wiederholt an der NiedersÀchsischen Staatsoper Hannover aufgetreten. Sein Repertoire erstreckt sich dabei
auch auf die Werke zeitgenössischer Komponisten und auf solche der Renaissance und des Barock. So war er im gesamten Monteverdi - Zyklus der Staatsoper Hannover unter der
Leitung von Reinhard Goebel zu hören. Zuletzt sang er bei den Festwochen Herrenhausen in Mozarts "Le Nozze di Figaro" unter Andreas Spering.
Wir danken den Firmen WAGO - Kontakttechnik, Sparkasse Minden-LĂŒbbecke und Musik-RĂŒhrmund fĂŒr die Schaltung einer Anzeige sowie der Buchhandlung Slagelambers fĂŒr den Vorverkauf.
Das kreative Blumenarrangement stammt von der Firma Engel & Engelke Kreativgarten, BĂŒckeburg Druckarbeiten: Fa. Röbke-Druck · Minden
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A-capella-Konzert mit europÀischen Chorwerken des 19. und 20. Jahrhunderts
Samstag 17. MÀrz 2001 · 20 Uhr Minden · Aula der Waldorfschule
Sonntag 18. MĂ€rz 2001 · 18 Uhr BĂŒnde · Laurentiuskirche
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MatthÀus-Passion von J.S. Bach
St. Martinikirche Minden 19. MÀrz 2000 · 18 Uhr
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Probenfoto: MISSA SOLEMNIS Januar 1998
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